Pontresina

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Gemeindebericht - Pontresina

Zeitraum: 4. Juni 2019

An der Gemeindevorstandsitzung am 4. Juni 2019 wurde Folgendes beschlossen:

Gemeinsame Sitzung mit dem Tourismusrat: Der Tourismusrat stellte dem Gemeindevorstand die Ergebnisse seiner Strategiedebatte 2019–2023 vor. Für den Produkte, Angebots- und für den Eventbereich gilt «Weiterentwicklung» als Maxime; Innovationen sind für den Moment nicht vordringlich. Für das Anfang Juli anstehende Jahresgespräch mit Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Engadin St. Moritz Tourismus AG wurden als Themen festgelegt: Die Leistungsvereinbarung, die ESTM-Strategie, das neue Erscheinungsbild und die Zukunft der Touristinfostelle Pontresina (mit deren Führung die Gemeinde Pontresina die ESTM AG beauftragt hat; der Vertrag läuft am 31. Dezember aus).

Genehmigung der Jahresrechnung 2018 zuhanden der Gemeindeversammlung vom 3. Juli: Die Gemeinde Pontresina schliesst das Geschäftsjahr 2018 mit einem betrieblichen Aufwand von 24,488 Millionen Franken und einem betrieblichen Ertrag von 26,192 Millionen Franken ab (Budget: 25,889 Millionen Franken beziehungsweise 24,737 Millionen Franken). Statt des erwarteten Defizits von 1,24 Millionen Franken resultiert zusammen mit dem Finanzergebnis und dem ausserordentlichen Ergebnis ein Plus von 1027 Franken. Dies nach Rückstellungen von 1,225 Millionen Franken für die geplante Gesamterneuerung von Jugendherberge und Langlaufzentrum. (Diese Rückstellung unterliegt der Zustimmung der Gemeindeversammlung.)

Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoaufwendungen (das heisst, inklusive Beiträge von Dritten) von 9,715 Millionen Franken. Budgetiert gewesen waren 10,722 Millionen Franken.

Die Jahresrechnung 2018 beruht erstmalig auf dem Harmonisierten Rechnungslegungsmodell 2 (HRM2) für die Bündner Gemeinden. Nebst einer anderen Gliederung der verschiedenen Konten in der Bilanz und in der Erfolgsrechnung sowie neuen Bewertungskriterien wird durch HRM2 auch die Präsentation der Jahresrechnung neu vorgeschrieben. Der Bericht geht zusammen mit weiteren Gemeindeversammlungsvorlagen dieser Tage an die Stimmberechtigten. Die rund 90-seitige Detailrechnung ist nur online verfügbar.

Vergabe Gemeindepolizeiaufgaben ab 1. Januar 2020: Der Gemeindevorstand hat den Auftrag aus dem Jahr 2008 an die Kantonspolizei zu Übernahme der Gemeindepolizeiaufgaben zum Ende dieses Jahres gekündigt. Nach Gesprächen mit der Gemeinde St. Moritz liegt nun ein Angebot vor für die Übernahme der Pontresiner Gemeindepolizeiaufgaben durch die Gemeindepolizei St. Moritz. Nachdem auch die Kantonspolizei ein neues Angebot in Aussicht gestellt hat, will der Gemeindevorstand bis zu dessen Vorliegen mit seinem Vergabeentscheid zuwarten.

Bau eines Personenunterstands beim Pumptrack: Beim Pumptrack in Tolais soll ein Witterungsschutz erstellt werden, der Sonne und Regen fernhält. Auch sollte es eine Picknickmöglichkeit für die Trackbenutzer und ihre Begleiter geben. Dazu wurde die Idee der bereits realisierten Bushaltehäuser weiterentwickelt. Die Kosten werden auf 96 000 Franken geschätzt. Finanziert werden soll der Bau aus dem Infrastrukturbudget 2019. Der Anschluss von Wasser und Strom ist nicht geplant, soll aber bei der vorgesehenen Neuanlage von ESMNachtlauf-/ Halbmarathonziel und Skimarathondurchlauf nochmals beurteilt werden. Der Gemeindevorstand stimmt dem Projekt zu. Es soll noch diesen Sommer/ Herbst realisiert werden.

Auftragsvergabe Schliessanlage Sanierung und Umbau Chesa Cumünela, Gemeindehaus: Weil die vorhandene Schliessanlage zu guten Teilen weiterverwendet werden kann und diese Anlage von «Auf & Zu St. Moritz» geliefert, installiert und unterhalten worden ist, vergibt der Gemeindevorstand den Auftrag für die nötige Komplettierung der Schliessanlage für 30'642.20 Franken (inklusive Mehrwertsteuer) ebenfalls an die Firma «Auf & Zu St. Moritz».

Bewilligung an die Bergsteigerschule Pontresina für Portaledge- Angebote: «Portaledge» (portable ledge, «tragbarer Felsvorsprung») ist ein Hilfsmittel zum Biwakieren in Felswänden, meistens eingesetzt beim mehrtägigen «Bigwall-Klettern». Es besteht aus einer Plattform (starrer Rahmen, meist aus Aluminiumstangen zusammengesetzt, zwischen denen ein Stoff gespannt ist) und Spanngurten, mit denen das «Portaledge» an Felshaken befestigt wird. Häufig wird das komplette «Portaledge» zusätzlich mit einer Zeltplane überzogen, um die Benutzer vor Wind und Regen zu schützen. Die Bergsteigerschule möchte mit Start im Rahmen des «Mountain- Festivals» (20. bis 23. Juni) den Sommer über bei gutem Wetter an drei Tagen pro Woche «Portaledge-Übernachtungen» anbieten. Ziel ist einerseits, die Übernachtungsmöglichkeit an einem aussergewöhnlichen Ort, andererseits aber auch die Ausbildung der Angebotsteilnehmerinnen und -teilnehmer in Einrichtung und Nutzung eines «Portaledge» anzubieten.

Um die gefahrlose Ausbildung und das Erlebnis ins Zentrum zu stellen und das Angebot in mehr oder weniger bereits touristisch genutztem Gebiet zu realisieren (mit Schutzunterstand und Toiletten in erreichbarer Nähe), wurde ein Felsriegel unterhalb der Alp Languard als bestgeeigneter Standort ausgewählt. Die nach Süden ausgerichtete Wand weist eine gute Felsqualität auf und ist durch die Lage mit Blick über das Oberengadin gut geeignet. Auch ist der Zugang ab Alp Languard kurz und einfach. Eingesetzt werden sollen maximal drei «Portaledges» für jeweils zwei Personen. Die Gruppe wird von einem Bergführer beziehungsweise einer Bergführerin angeleitet. Die Teilnehmenden sind während dem ganzen Aufenthalt durch ein Klettersteig-Set an einem Klettergurt gesichert.

Der Gemeindevorstand sieht das Angebot als ideal passend zum Pontresiner Geschäftsfeld «Alpinismus» und stimmt dem Gesuch zu. Er befristet die Bewilligung aber bis maximal zum Jagdbeginn.

Gesuch zur Durchführung eines «Buggy-Park-Angebots» mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren: Seit dem Winter 2015/2016 bewilligte die Gemeinde Pontresina zwei Anbietern für die Zeit von Mitte Dezember bis zweite Woche März die Durchführung von Anlässen mit «E-Buggies», «E-Quads» und «E-Ziesel» (Ein-Personen Raupenfahrzeuge) auf einem abgesperrten und gesicherten Parcours auf dem Areal des «Kieswerks Montebello». Verfügbar war das Angebot jeweils an sechs Tagen pro Woche von 10.00 bis 16.00 Uhr, vereinzelt bis maximal 19.00 Uhr.

Weil die Fahrzeuge ersetzt werden müssen und sie offenbar nicht mehr mit Elektroantrieb auf dem Markt angeboten werden, stellen die Anbieter das Gesuch, in «Montebello» im kommenden Winter mit Bezinmotoren fahren zu dürfen. Der Gemeindevorstand lehnt einen Umstieg von Elektro- auf Verbrennungsmotoren als nicht vereinbar mit den Pontresiner Markenwerten einstimmig ab und verweigert die nachgefragte Bewilligung.

Gemeindebeitrag an Erneuerung Glockenausrüstung und Läutmaschinen Kirchturm San Niculò: Seit der Fusion der evangelischen Kirchgemeinden des Oberengadins zur regionalen Kirchgemeinde «Refurmò Oberengadin» ist die Kirchgemeindeverwaltung in Zuoz auch zuständig für die evangelische Pontresiner Kirche San Niculò und deren Unterhalt. Dazu gehört unter anderem auch die Wartung des Kirchengeläutes mit vier Glocken. Diese Aufgabe ist der «Muff Kirchturmtechnik AG Triengen (LU)» übertragen worden. Diese informiert über folgende Feststellungen:

Bei den Glockenaufhängungen aus dem Jahr 1887 sind die Gewinde defekt, diese können teilweise nicht mehr nachgezogen werden.

Die Antriebsräder beginnen zu rosten. Diese sollten im Jahr 2020 saniert werden.

Die Läutmaschinen der Glocken 2 und 3 wurden 2004/2013 erneuert und auf dem Glockenstuhl montiert. Die anderen Läutmaschinen weisen starke Abnutzungen auf, diese stammen noch aus dem Jahr 1990 und sollten ebenfalls ersetzt werden.

Die Kosten sind auf 25'654.15 Franken (inklusive MwSt.) veranschlagt. Gemäss einer Vereinbarung aus dem Jahr 1921 tragen die politische Gemeinde und die Kirchgemeinde die Kosten für den Unterhalt von Kirchturm und Glocken je zur Hälfte. Der Gemeindevorstand ist bereit, 12 827.10 Franken für das Budget 2020 vorzusehen.

Sponsoring-Gesuch Pontresiner Verpflegungsposten für Engadin Radmarathon: Der Gemeindevorstand bewilligt einen Beitrag von 500 Franken an die Kosten des Pontresiner Verpflegungspostens am Engadin Radmarathon auf Ospizio Bernina. Der Engadin Radmarathon wird am 7. Juli zum 14. Mal ausgetragen und führt wahlweise über 97 oder 214 Kilometer. Start und Ziel sind in Zernez.

Traktandenliste und Botschaft zur Gemeindeversammlung 2019–02 vom 3. Juli 2019: An der Gemeindeversammlung 2019–02 am Mittwoch, 3. Juli um 20.30 Uhr in der Sela Arabella des Gemeinde- und Kongresszentrums Rondo sollen unter anderem folgende Traktanden behandelt werden:

– Genehmigung Jahresrechnung/Abschluss 2018

– Abschluss einer Leistungsvereinbarung zwischen der Gemeinde Pontresina und der Region Maloja betreffend Aufbau und Betrieb eines Eissportzentrums

– Anpassung/Aufhebung der Ausländerquote

– Ersatzwahl eines Mitgliedes des Tourismusrates für den Rest der Legislaturperiode 2017–2020

Baugesuche: Nachdem die Wohnung S51276 nachweislich seit 20 Jahren als Erstwohnung genutzt worden ist, kann dem vorliegenden Gesuch der Eigentümerin entsprochen und die Wohnung zum 1. Mai aus der kommunalen Erstwohnungspflicht entlassen werden. Sie ist somit altrechtlichen Wohnungen gleichgestellt. Der Gemeindevorstand folgt den Anträgen der Baukommission und bewilligt folgende Bauvorhaben:

– Einbau und Vergrösserung Dachfenster Wohnung Nummer 9 Chesa Aquileja, Via Giarsun 42

– zwei Flow Trails für Kinder im Park des Hotels Saratz, Via da la Staziun; eine eingegangene Einsprache wird abgelehnt (Beschwerdemöglichkeit an das Verwaltungsgericht)

– zweite und letzte Verlängerung Baubewilligung vom Juni 2017 Umbau und Erweiterung Chesa Dimvih, Via da la Botta 96, bis zum 27. Juni 2020

– Ausbau Infrastruktur/Ausbau RhB Bahnhof Pontresina; Parallel zum Bahnhofsausbau wird zurzeit eine Arealentwicklung geplant, in welcher der Bahnhofplatz umgebaut werden sol

– der überarbeitete Quartierplan «Hotel Müller» inklusive Vorschriften wird zur öffentlichen Auflage verabschiedet.

Anschaffung Software für die Administration von «La Maisa» und «La Maisa plus»: Die wachsende Nachfrage nach Angeboten der ausserschulischen Tagesstruktur «La Maisa» beziehungsweise nach der neuen familienergänzenden Kinderbetreuung «La Mais Plus» machen es nötig, die Administration (Anmeldung, Personalplanung, Präsenzkontrolle, Abrechnung) neu aufzugleisen.

Der Gemeindevorstand stimmt der Anschaffung einer Erweiterungsapplikation zur bereits vorhandenen GVERSoftware «Axioma» für 14'539.50 Franken zu. Ein früherer Auftrag für eine «Stand alone»-Lösung wird mit dem Einverständnis des Anbieters wiederufen.

Neue Schulleitung gewählt: Für die Nachfolge von Schulleiter Domenic Camastral und Schulleiterstellvertreterin Irena Camastral wählt der Gemeindevorstand auf Antrag des Schulrates Fadri Feuerstein als Schulleiter und Flurina Urech-Bazzell als Co-Schulleiterin mit Stellenantritt zum Schuljahresbeginn 2020/2021. Die beiden beginnen bereits im kommenden Herbst mit der dreijährigen Schulleiterausbildung, die vom die vom «Netzwerk Schulführung» der Pädagogischen Hochschulen St. Gallen und Thurgau angeboten wird.

Fadri Feuerstein ist seit 2003 Oberstufenlehrer an der Gemeindeschule Pontresina. Er wird in einem Pensum von 18 Wochenlektionen als Schulleiter tätig sein (circa 62 Prozent) und in zehn Lektionen als Lehrer. Flurina Urech-Bazzell, seit 2017 an der Gemeindeschule, wird als Co-Schulleiterin mit vier Wochenlektionen (circa 14 Prozent) einen fest zugeteilten Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich übernehmen und daneben weiterhin als Primarlehrerin arbeiten.

Für Eltern, Schülerinnen und Schüler ändert sich für das kommende Schuljahr nichts. Die bisherige Schulleitung führt weiterhin die Schule Pontresina und ist bis Ende Schuljahr 2019/2020 erste Anlaufstelle für alle. (ud)


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