Samedan

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Gemeindebericht - Samedan

Zeitraum: 2021 - Bericht Nr. 9

Neuordnung der Abfallbewirtschaftung

In der Gemeinde Samedan werden aktuell 23 Kehrichthäuschen als Entsorgungsplätze mit unterschiedlichen Sammelangeboten bewirtschaftet. Zusätzlich besteht auf dem Areal des Werkhofes in Cho d’Punt eine Sammelstelle. Die Siedlungsabfälle werden jeweils dienstags und freitags durch eine externe Firma gesammelt. Die Entsorgung der Wertstoffe Glas, Blech, Aluminium, PET und Batterien erfolgt ebenfalls zweimal wöchentlich durch den Gemeindewerkdienst. Gesamthaft betrachtet ist die Abfallbewirtschaftung personal- und kostenintensiv. So fallen zusätzlich zu den externen Kosten 3'000 Arbeitsstunden beim Werkdienst an. Nebst dem Aspekt der Kosten ist auch die mangelhafte Ordnung und Sauberkeit in den Kehrichthäuschen ein viel diskutiertes Thema. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeindevorstand entschieden, die gesamte Abfallbewirtschaftung einer generellen Überprüfung zu unterziehen. Im Hinblick auf eine zweckmässige und nachhaltige Neuausrichtung steht insbesondere der Wechsel vom Konzept der dezentralen Kehrichthäuschen zu einem Unterflur-Sammelsystem zur Diskussion. Ein entsprechendes Grundlagenpapier wird nun in Zusammenarbeit mit der Dachorganisation der gesamtschweizerisch tätigen Recycling-Unternehmen «Swiss Recycling» erarbeitet.

Bushaltestelle beim Spital wird ersetzt

Das Spital Oberengadin realisiert eine neue Einstellhalle mit Parkdeck. Der Eingang der geplanten Halle befindet sich am Standort der bestehenden Bushaltebucht für den Busverkehr in Richtung Samedan. Diese muss deshalb dem Neubau weichen und an einem anderen Standort ersetzt werden. In Absprache mit der Kantonspolizei wird eine Fahrbahnhaltestelle mit Wartehäuschen gegenüber der bestehenden Bushaltestelle in Richtung Bever erstellt. In Koordination mit dem Bauprogramm des Spitals Oberengadin erfolgt die Umsetzung bis im Herbst 2021. Der Rückbau der Bushaltestelle geht zulasten des Spitals, die Kosten für den Ersatz sind durch die Gemeinde zu tragen. Der Gemeindevorstand hat dafür einen Kredit von CHF 70'000 beschlossen.

Technisches Konzept für den Wärmeverbund Promulins

Die Gemeinde hat sämtliche Anlagen des Wärmeverbundes Promulins sowie dessen Geschäfts- und Betriebsführung dem Energieversorgungsunternehmen «Energia Samedan» übertragen. Im Zusammenhang mit der Sanierung und dem Neubau des Pflegezentrums Promulins hat «Energia Samedan» ein Projekt für einen Nahwärmeverbund in Promulins erarbeitet. Es ist für den Anschluss des Pflegezentrums Promulins, des Berufsschulhauses, der Promulins Arena sowie der Mehrzweckhalle konzipiert. Der Standort für die Energiezentrale ist im Berufsschulhaus vorgesehen. Als Energiequellen werden die bestehende thermische Solaranlage auf dem Dach des Berufsschulhauses, Grundwasser-Wärmepumpen, die bestehende Ölheizung sowie die Abwärme der Kunsteisbahn im Konzept integriert. Der Anteil an erneuerbarer Energie wird damit auf über 85% erhöht und nur noch ein geringer Teil des Energiebedarfes muss durch Öl gedeckt werden. Mit der konzipierten Anlage können die Bezüger mit jährlich 2'050 MWh versorgt werden. Die Investitionskosten werden auf CHF 2.3 Mio. geschätzt. Der Gemeindevorstand hat das technische Konzept für den Nahwärmeverbund Promulins sowie die entsprechenden Anschluss- und Lieferungsbedingungen im zustimmenden Sinne zur Kenntnis genommen.

Fussgängerstreifen in Cho d’Punt müssen weg

Ein Fussgängerstreifen regelt den Vortritt zwischen dem Fussgänger und dem Fahrverkehr auf der Fahrbahn. Damit der Fussgängerstreifen eine sichere Querung gewährleistet, müssen gemäss den geltenden Normen bestimmte Sicherheitsaspekte erfüllt werden. Zudem müssen Mindestfrequenzen bezüglich Fussgänger und Fahrzeugen erreicht werden. Falls der durchschnittliche tägliche Verkehr weniger als 3000 Fahrzeuge beträgt, sind die Zeitlücken zwischen zwei Fahrzeugen genügend, um eine Strasse auch ohne Fussgängerstreifen sicher zu überqueren. Gemäss einer Messung liegt der durchschnittliche täglich Verkehr in Cho d'Punt bei lediglich knapp 900 Fahrzeugen. Die erforderlichen Fahrzeugfrequenzen für das Anbringen von Fussgängerstreifen werden somit auf der Quartierstrasse Cho d’Punt deutlich nicht erreicht. Bei so tiefen Frequenzen nimmt der Fussgänger keine Umwege in Kauf und quert die Strasse an beliebigen Orten. Der Fussgängerstreifen verfehlt somit seine Wirkung. Die Kantonspolizei hat deshalb einem Gesuch für zusätzliche Fussgängerstreifen beim Haupteingang der Porta Samedan nicht entsprochen. Gemäss Aufforderung der Kantonspolizei sieht sich die Gemeinde darüber hinaus gezwungen, die bestehenden drei Fussgängerstreifen auf Höhe Aldi und bei der Verzweigung Airport Garage aus Gründen der Werkeigentümerhaftung aufzuheben.

Stellungnahme zum Regionalen Richtplan «Mountainbike»

Im Auftrag der Präsidentenkonferenz hat die Regionalplanungskommission den Regionalen Richtplan «Mountainbike» erarbeitet und zur Vernehmlassung bei den Gemeinden freigegeben. Der Richtplan legt eine gemeinsame strategische Stossrichtung für die Angebotsgestaltung im Bereich «Mountainbike» fest und koordiniert die regionale Weiterentwicklung der Infrastrukturen. Die Region ist eine führende Mountainbike-Destination und auf einem hohen Niveau markt- und konkurrenzfähig. Ein attraktives, durchgängiges Netz an nachhaltig erstellten, gut unterhaltenen und sorgfältig in die Landschaft eingeordneten Wegen sowie ein gutes Angebot an niederschwelligen Mountainbike-Infrastrukturen unterstützt durch eine hohe Mountainbike–Kompetenz über die gesamte Breite der touristischen Angebotsgestaltung soll diese Position erhalten, stärken und weiterentwickeln. Die regionale Zusammenarbeit bei Planung, Umsetzung, Organisation und Kommunikation der Angebote für das Mountainbiken soll optimale Rahmenbedingungen dafür bieten. Die Gemeinde Samedan nimmt ihre Verantwortung als Teil der Region wahr und hat mit dem Neu- und Ausbau der Single Trails Suvretta Loop und Corviglia – Padella wesentlich zur Attraktivitätssteigerung des Mountainbike-Angebots der Destination Engadin/St. Moritz beigetragen. Auch wird die Qualität des bestehenden Routennetzes mit dem jährlichen Unterhalt gesichert und in Anlehnung an die definierten Standards laufend verbessert. Mit den übergeordneten Zielen und der Stossrichtung des Richtplanes ist der Gemeindevorstand daher im Grundsatz einverstanden. Kritisch äussert er sich lediglich hinsichtlich einem Ausbau der Infrastruktur für Mountainbiker in der Val Roseg sowie bezüglich dem Vorhaben eines neuen Single Trails in der Val Bever ab der Alp Suvretta.

09. August 2021, Pre


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