26.03.2026

Der hlg. Mauritius berichtet
 
Der Herbst kam und ging, das Jahr verabschiedete sich, aber mein Gemeindevorstand ist noch immer hier, hat von da bis Ende Januar 19 Sitzungen abgehalten und dabei 195 Geschäfte behandelt. Baugesuche waren es deren 60, elfmal hat er Arbeiten vergeben.  

La Islas Bonita schreitet weiter
Mehrfach wurde an dieser oder anderer Stelle bereits die Arealentwicklung Islas erwähnt. Wäre besagtes Areal ein Mensch, stünde es hinsichtlich seiner Entwicklung quasi noch vor dem Schuleintritt. Mein Vorstand liess allerlei Abklärungen tätigen. Etwa zu Altlasten – nicht eigenen, sondern solchen auf den Grundstücken – Grundwasser, Erschliessung und Werkleitungen. Wie man das heute halt so macht. Er genehmigte ausserdem zusätzliche Mittel für die Planung. Dies erachtete er als nötig und sinnvoll, damit die Bevölkerung eine vernünftige Grundlage hat, über die sie dereinst abstimmen kann. Ausserdem hat mein Vorstand Mitwirkungsprozesse und Kommunikationsmassnahmen bestimmt. 

Quartierplan Foppas leitgeplankt
Im Rahmen der Teilrevision des Quartierplans Foppas bestimmte mein Vorstand, sogenannte «Leitplanken» für die bauliche Entwicklung im Kulm Park. Es handelt sich hierbei aber nicht um Leitplanken im wörtlichen Sinne, also solche, die man in den Boden rammt. Nein, es geht um Planken im übertragenen Sinne: Baubereiche, Erschliessung und die Einbindung kantonaler Fachstellen im fernen Chur unten.

Weitere Planungen in Planung
Auch Salet, Signal, Ludains und Salastrain beschäftigten meinen Vorstand. Im Falle von Salet bleibt die Planungszone bestehen, bis die totalrevidierte Ortsplanung in Kraft tritt. Dies zum Schutz des baukulturellen Erbes. In seiner grossen Weisheit hat das Stimmvolk an der Urne Mehrkosten für statische Beurteilung auf dem Areal Signal gutgeheissen. Dort soll ja bekanntermassen bezahlbarer Wohnraum entstehen. In Ludains steht die Sanierung der Reithalle noch immer an. Und in Salastrains sollen auch künftig Kinder ihre ersten Meter auf den Brettern zurücklegen, die die Welt bedeuten (gemeint sind natürlich Ski, nicht Theaterbühnen).

Die Sonne soll nicht faul herumstehen 
In St. Moritz wird munter weitergebaut. Mein Vorstand beugte sich über diverse Projekte, die quasi über der Norm hinausragen. Dazu gehören Umbau- und Erweiterungen von Hotels und Wohnliegenschaften. Die alte Klinik Gut soll umgenutzt werden, da die ramponierten Knie wie allseits bekannt nun in Bad unten geflickt werden. Immer mit am Tisch bei vielen dieser Vorhaben sitzt mit eigener, sich gelegentlich räuspernder Stimme: das Gesetz über die Zweitwohnungen. Auch die Infrastruktur macht etwas Arbeit. So muss die Grundwasserpumpe San Gian II ersetzt werden, die Palace-Garage erhält eine Photovoltaik-Anlage. Die St. Moritzer Sonne darf also ruhig stärker an der Stromversorgung mitarbeiten und damit ihren Teil zur Energieversorgung beitragen. Das Parkhaus Quadrellas hingegen wird nun überwacht, um geologische Verformungen frühzeitig zu erkennen. Damit die Klos sauber sind und Touristinnen und Touristen nicht ihre Nasen rümpfen, hat mein Vorstand übrigens Reinigung und Unterhalt neu geordnet und vergeben.

Das Spital: dauerhaft oder doch hart? 
Da das angeschlagene Spital nach Ablehnung der entsprechenden Vorlage nicht zu genesen im Stande war, sind die Gemeinden der Region Maloja nun damit beschäftigt, die öffentlich-rechtliche Anstalt «Sanadura» zu gründen. Es ist nicht ganz klar, ob der Wortteil «-dura» für eher für «dauerhaft» oder für «hart» steht. Beides ist derzeit noch möglich. Auch das Alterszentrum gab zu Reden, hier beugte sich mein Vorstand über Finanzierungs- und Organisationsfragen. Daneben fand er noch Zeit, Delegationen in Gremien zu besetzen, etwa die Flughafenkonferenz und die Energiekommission. 

Die Verwaltung verwalten
Die meisten Menschen finden sich damit ab, dass sie keinesfalls allwissend oder alleskönnend sind. Entsprechend bilden sich einige von ihnen gelegentlich weiter. Mein Vorstand anerkennt diese Tatsache und hat ein neues Reglement zur Aus- und Weiterbildung erlassen. Darin wurde einheitlich geregelt, welche Kosten und Spesen übernommen werden. Wie andere Gemeinwesen dieses Landes will auch mein Vorstand seine Geschäfte künftig über die Software CMI abwickeln, die hierfür besonders geeignet erscheint. Die Umstellung ist aber mit ein paar Hürden verbunden, vorübergehend müssen das neue und das alte System gefüttert werden. 

Mit Spannung erwartete neue Bussenliste ist da 
Ordnung muss sein, das weiss auch mein Vorstand. Besonders die öffentliche liegt ihm am Herzen. Zu diesem Zwecke hat er die Teilrevision des Polizeigesetzes in Kraft gesetzt – mit erweiterter Ordnungsbussenliste. Mit 100 Franken gebüsst wird beispielsweise, wer in einer Bauzone seinen Rasen nicht bis zum 30 September gemäht hat oder ein im Innenraum verschmutztes Taxi betreibt. Verschmutzungen ausserhalb des Innenraums werden nicht gebüsst, ebenso wenig wie nicht angeleinte aber beaufsichtigte Hunde, sofern sie sich nicht in Verwaltungsgebäuden, auf Schularealen, Sportplätzen, Friedhöfen und öffentlichen Parkanlagen aufhalten oder Schnee auf störende Weise auf öffentlichem Grund ablagern. Das Bussenverfahren ist neu ausserdem digital. Zur teilweisen Regulierung von neuartigen Fahrdiensten wie Uber und Bolt hat mein Vorstand ausserdem eine temporäre Weisung auf der Achse Via Tinus/Salastrains erlassen. Sie dient der Verkehrslenkung und Sicherheit.

Aus Grossanlässen die richtigen Lehren ziehen
Die Bewilligung von Grossanlässen mit einer Ausstrahlung bis weit über die schneebedeckten Gipfel unserer schönen Alpen gehört ebenfalls zum Kerngeschäft meines Vorstandes. Hierzu zählen White Turf, Snow Polo, THE ICE (nicht zu verwechseln mit der schiesswütigen US-amerikanischen Fremdenpolizei) und das SunIce Festival. Für THE ICE hat mein Vorstand ausnahmsweise die Nutzung der Zirkuswiese als Parkplatz bewilligt, sie war gerade frei von Clowns. Bei der Freestyle-WM 2025 gab die Abrechnung dergestalt zu reden, dass sie extern aufgearbeitet wird. Ziel ist, Prozesse, Kosten- und Sicherheitsfragen zu verbessern. Mein Vorstand ist überzeugt, dass hieraus auch Erkenntnisse für die Behandlung weiterer Grossanlässe gezogen werden können.

Energie: Es wird investiert 
Wer vergisst, über Nacht sein Handy aufzuladen, weiss: Ohne Energie fehlt etwas. Diese Erkenntnis teilt auch mein Vorstand, er hat daher Investitionen in Anlagen und Überwachungssysteme im Bereich Energie und Versorgung investiert. Verkehrsprojekte und Verkehrskonzepte für Anlässe hat er mit Nachbargemeinden abgestimmt. Dies, um zu verhindern, dass einzelne Verkehrswege über Mass belastet werden – und damit Rettungsachsen offen bleiben.

Schlussfazit
Mein Vorstand gelangt summa summarum zum Schluss, dass die durch ihn zu behandelnden Geschäfte, alles in allem, also generell betrachtet, nicht gerade unkomplizierter werden. Bau- und Raumplanungsdossiers, Reformen im Gesundheitswesen, Digitalisierung und anspruchsvolle Grossanlässe erhöhen die Komplexität seiner Arbeit. Noch aber scheint er ihr gewachsen zu sein. Sollten Sie mir oder meinem Vorstand Ratschläge erteilen wollen, erreichen Sie uns wie folgt: Der hlg. Mauritius, c/o Kanzlei der Gemeinde St. Moritz, 7500 St. Moritz. Oder per E-Mail an: mauritius@stmoritz.ch