Sollten Sie jetzt eine pikante Geschichte erwarten, muss ich Sie leider enttäuschen. Denn dieser nur mit einem Lendentuch bedeckte Herr stellte sich kürzlich in einer Wellnessanlage als Aufgussmeister beim sogenannten «Breathwork/Icebath« vor. Als bekennende Warmduscherin hörte für mich die Anziehung an dieser Stelle bereits auf. Doch meine Freundinnen schafften es, mich zu überreden, beim «bewussten Atmen mit Kälte in der Panoramasauna» mitzumachen. Ich freue mich schon auf die vereinbarten Gegenleistungen: Karaoke-Singen und Opernbesuch.
Bereut habe ich meine Zustimmung fürs Eisbaden ab der ersten Minute. «Das wird ein lebensveränderndes Erlebnis für Sie werden», versprach der Aufgussmeister im Brustton seiner Überzeugung. Gleichzeitig stellte er uns die medizinische Fachperson für den Notfall vor und liess uns unterschreiben, dass der Veranstalter jegliche Haftung für mögliche körperliche Beschwerden beim oder nach dem Eisbad ablehnte. Die Unterschrift kam gleich unter einer langen Auflistung von Risikofaktoren. Da wurden ringsum plötzlich auch die anderen Teilnehmenden ein bisschen nervös.
«Eisbaden stärkt Körper und Geist, baut Stress ab und steigert die Energie», versuchte der Aufgussmeister uns abzulenken. Sogar abnehmen könne man mithilfe der Kälte. Zunächst ging es aber in die Wärme, zum richtig Atmen und zum Schwitzen in die glutheisse Sauna. Und dann, ja, dann wartete mein persönlicher Graus auf mich: das Kältebecken. Logisch, dass ich die Letzte war, die INS Wasser ging, und die Erste, die AUS dem Wasser stieg. Voller Genugtuung durfte ich aber feststellen, dass der ausgewiesene Eisbade-Experte im Wasser vor Kälte schlotterte, während ich als Engadinerin wohl doch bereits an tiefere Temperaturen gewohnt bin. Keinen Mucks habe ich von mir gegeben und stoisch meine zwei Minuten im «Icebath» absolviert.
Ich räume ein, nach dem dritten Durchlauf brauchte die ganze Prozedur schon keine Überwindung mehr. Lebensverändernd war dieses Erlebnis für mich allerdings nicht. Ich werde das neue Jahr also nutzen, um dafür zu sorgen, dass ich zufrieden und gesund bleibe, ohne dabei meinen inneren Schweinehund zu kasteien. Von mir aus darf er gerne auch ein paar überschüssige Kilos haben, solange ich nur keine Extremerfahrungen mehr machen muss.
Text und Bild: Fadrina Hofmann
Bereut habe ich meine Zustimmung fürs Eisbaden ab der ersten Minute. «Das wird ein lebensveränderndes Erlebnis für Sie werden», versprach der Aufgussmeister im Brustton seiner Überzeugung. Gleichzeitig stellte er uns die medizinische Fachperson für den Notfall vor und liess uns unterschreiben, dass der Veranstalter jegliche Haftung für mögliche körperliche Beschwerden beim oder nach dem Eisbad ablehnte. Die Unterschrift kam gleich unter einer langen Auflistung von Risikofaktoren. Da wurden ringsum plötzlich auch die anderen Teilnehmenden ein bisschen nervös.
«Eisbaden stärkt Körper und Geist, baut Stress ab und steigert die Energie», versuchte der Aufgussmeister uns abzulenken. Sogar abnehmen könne man mithilfe der Kälte. Zunächst ging es aber in die Wärme, zum richtig Atmen und zum Schwitzen in die glutheisse Sauna. Und dann, ja, dann wartete mein persönlicher Graus auf mich: das Kältebecken. Logisch, dass ich die Letzte war, die INS Wasser ging, und die Erste, die AUS dem Wasser stieg. Voller Genugtuung durfte ich aber feststellen, dass der ausgewiesene Eisbade-Experte im Wasser vor Kälte schlotterte, während ich als Engadinerin wohl doch bereits an tiefere Temperaturen gewohnt bin. Keinen Mucks habe ich von mir gegeben und stoisch meine zwei Minuten im «Icebath» absolviert.
Ich räume ein, nach dem dritten Durchlauf brauchte die ganze Prozedur schon keine Überwindung mehr. Lebensverändernd war dieses Erlebnis für mich allerdings nicht. Ich werde das neue Jahr also nutzen, um dafür zu sorgen, dass ich zufrieden und gesund bleibe, ohne dabei meinen inneren Schweinehund zu kasteien. Von mir aus darf er gerne auch ein paar überschüssige Kilos haben, solange ich nur keine Extremerfahrungen mehr machen muss.
Text und Bild: Fadrina Hofmann
Fadrina Hofmann
f.hofmann@engadinerpost.ch
Fadrina Hofmann ist seit 2023 Redaktorin bei der «Engadiner Post/Posta Ladina».
Fadrina Hofmann ist seit 2023 Redaktorin bei der «Engadiner Post/Posta Ladina».
PS werden von den Redaktorinnen und Redaktoren der Engadiner Post / Posta Ladina geschrieben und erscheinen wöchentlich in der Samstagsausgabe der EP/PL.

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