07.02.2026 Fadrina Hofmann 2 min
Scout. Foto: Fadrina Hofmann

Scout. Foto: Fadrina Hofmann

In wenigen Tagen wird mein Ältester volljährig. Ein wichtiger Schritt in seinem jungen Leben. Und ich bin plötzlich Mutter eines erwachsenen Sohnes. Während andere Mütter an diesem Wendepunkt in Nostalgie verfallen, bin ich in erster Linie stolz darauf, was für ein wunderbarer junger Mann aus meinem Baby geworden ist. Meine Tochter macht ebenfalls bald den ersten Schritt ins Erwachsenenalter – sie beginnt im August die Lehre. Und auch bei ihr denke ich immer wieder verwundert: Diese grossartige, starke junge Frau habe ich geboren? 
Wenn die Kinder flügge werden, gibt es wieder mehr Raum und Zeit für die Mama, dachte ich noch vor wenigen Wochen. Doch das Schicksal hat uns unverhofft einen Welpen beschert, und so befinde ich mich auf einmal wieder in einer ganz ähnlichen Situation wie vor 18 Jahren: Nachts durchschlafen ist temporär gestrichen, das vierbeinige «Baby« braucht permanente Aufmerksamkeit, damit es nichts Grusiges in den Mund nimmt oder sich in Gefahr bringt. In der Wohnung liegt wieder Spielzeug herum und abends schlafe ich schon um 20.00 Uhr auf der Couch ein. Aber da sind auch wieder diese schönen, fast vergessenen «Kleinkind-Momente»: schmusen, spielen, entschleunigen, bedingungslose Liebe von einem kleinen Wesen, für das du die Welt bedeutest. 

Die Kleinkindphase ist intensiv, bei Mensch und Hund, aber beim Vierbeiner wenigstens kurz. Danach hat man viele Jahre lang einen treuen Gefährten, der erst noch gesundheitsförderlich ist. Die britische Forscherin Deborah Wells hat in verschiedenen Studien nach dem Zusammenhang zwischen dem Halten eines Hundes und besserer Gesundheit gesucht. Das Ergebnis: Hundehalter werden seltener krank, bewegen sich mehr und leiden seltener an Depression. Da nehme ich doch den Stress der «Kleinkindphase» gerne erneut auf mich. 

f.hofmann@engadinerpost.ch

Fadrina Hofmann

f.hofmann@engadinerpost.ch
Fadrina Hofmann ist seit 2023 Redaktorin bei der «Engadiner Post/Posta Ladina».

PS werden von den Redaktorinnen und Redaktoren der Engadiner Post / Posta Ladina geschrieben und erscheinen wöchentlich in der Samstagsausgabe der EP/PL.