19.04.2026 Fadrina Hofmann 2 min
Der einäugige Milo und der kleine Scout sind meistens gemeinsam auf Achse. Foto: Fadrina Hofmann

Der einäugige Milo und der kleine Scout sind meistens gemeinsam auf Achse. Foto: Fadrina Hofmann

Vor einer Woche hat unsere Praktikantin Anna an dieser Stelle über die Adoption ihres Hundes geschrieben. Ich knüpfe gerne an die Hunde-Thematik an und möchte diese Plattform nutzen, um etwas für die Einwohnerinnen und Einwohner von Scuol ein für alle Mal klarzustellen: Sie müssen mich nicht mehr wegen eines alleine herumstreunenden schwarz-weissen Hundes anrufen. Er gehört mir nicht. Tatsächlich verspürt ein anderer Hund im Dorf gelegentlich einen unbändigen Freiheitsdrang. Er büxt aus, macht eine Fast Food-Tour und kehrt dann zufrieden nach Hause zu seiner Familie zurück. Die NICHT wir sind. 

Unser Hund ist das, was meine Kinder ein «Mama-Titi« bezeichnen. Milo entfernt sich nicht ohne mich vom Haus, es sei denn, er muss, weil ich abwesend bin und jemand anderes ihn zum Spazieren mitnimmt. Widerwillig lässt er sich dann mitschleppen, buchstäblich. Unser zweiter Hund, der fünfmonatige Scout, eifert in allem dem grossen Vorbild nach. Ergo: Er entwickelt bereits einen Hang zum «Mama-Titi». Am liebsten würde er mich überall hin begleiten, sogar auf die Toilette. Somit ist das Problem des Ausreissens bei unseren Hunden vom Tisch. 

Ich weiss, dass sich Milo und der Hund, der gerne Scuol auf eigene Faust (oder Pfote) erkundet, ähnlich sehen. Aber da gibt es einen markanten Unterschied. Milo hat nur noch ein Auge. Sollten Sie also mal im Dorf unterwegs sein und einen pachific durch die Gegend laufenden schwarz-weissen Hund entdecken, checken Sie vorher bitte, wie viele Augen das Tier hat. Hat es zwei Augen, bitte NICHT anrufen. Bei einem Auge dafür umso dringender, denn dann fehlt der Mensch am anderen Ende der Leine.

Fadrina Hofmann

f.hofmann@engadinerpost.ch
Fadrina Hofmann ist seit 2023 Redaktorin bei der «Engadiner Post/Posta Ladina».

PS werden von den Redaktorinnen und Redaktoren der Engadiner Post / Posta Ladina geschrieben und erscheinen wöchentlich in der Samstagsausgabe der EP/PL.