Wenn einer die politische Ochsentour kennt, dann ist es Christian Brantschen. Über die Bau- und Planungskommission kam er in die Politik. Er wurde als Gemeindevorstand gewählt, hat die Gemeinde Celerina mit Unterbruch insgesamt 24 Jahre lang geführt, war Grossrat und hatte in der Region Maloja verschiedenste Führungsposi­tionen inne. Nun ist Schluss: Auf Ende dieses Jahres legt der 70-Jährige seine politischen Ämter nieder. Was nicht bedeutet, dass er von der Politik ganz loslassen kann. «Ich werde diese weiterverfolgen und mich als Bürger konstruktiv einbringen», sagt er im Interview mit der EP/PL.

Brantschen ist in Celerina aufgewachsen und führte viele Jahre lang ein eigenes Baugeschäft. Dass ihm seine Heimatgemeinde am Herzen liegt, versteht sich von selbst. Heute blickt er grösstenteils positiv auf die Entwicklung der Gemeinde zurück. So sei es beim Wohnungsbau für Einheimische schon früh gelungen, die Weichen richtig zu stellen – auch wenn das Angebot an bezahlbarem Wohnungen immer noch der Nachfrage hinterher­hinke. Zudem verfügt Celerina gemäss Brantschen dank der finanziell komfortablen Ausgangslage über eine gute Infrastruktur. Rückblickend bedauert er vor allem die Entwicklung in der Hotellerie: In den vergangenen Jahrzehnten hat die Gemeinde etliche Hotelbetten verloren. Darum setzt er seine Hoffnung auf die kürzlich vom Souverän genehmigte Ortsplanungsrevision. Denn Brantschen ist überzeugt, dass die klassische Hotellerie ein Zugpferd für die touristische Entwicklung bleiben muss.

In den vergangenen zwei Jahren stand Brantschen vor allem wegen der regionalen Aufgaben im Gesundheitswesen und beim Flughafen im Mittelpunkt – und des Öfteren auch in der Kritik. Vor allem das Nein zur Inte­gration des Regionalspitals Samedan in das Kantonsspital Graubünden vom vergangenen Frühjahr hat ihm zu schaffen gemacht. Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe vom 30. Dezember. 

Autor und Foto: Reto Stifel