Seit Anfang Jahr stehen das Spital Oberengadin und zwei Alterszentren ohne Geld der Gemeinden da. Der Konkurs droht. Der 27-minütige «Cuntrasts» von RTR begleitet Betroffene und Verantwortliche in den entscheidenden Wochen vor der Abstimmung. Der Dokumentarfilm zeigt gemäss einer Medienmitteilung die entscheidende Sitzung des Stiftungsrats, bei der sich der Rat mit allen Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten in Grundsatzdebatten verstrickt. Bis zur Abstimmung bleibt dem Team rund um Stiftungsratspräsidentin Selina Nicolay nur wenig Zeit, die Bevölkerung von ihrem Rettungsplan zu überzeugen. Das sorgt auch für Kritik. «Von einer Politik der Angst» spricht der ehemalige BDP-Nationalrat Duri Campell. Von der drohenden Zahlungsunfähigkeit besonders betroffen sind die Patienten. Im Film von Paula Nay, Stefanie Hablützel und Ulrica Morell wird das Beispiel eines Patienten gezeigt, der dreimal pro Woche für die Dialyse ins Spital Oberengadin kommt. In Sorge sind aber auch die Mitarbeitenden, die trotz der Ungewissheit über die Festtage Überstunden schieben. Aber auch die Vergangenheit wird thematisiert, mit den 35 Millionen Franken, die in das Spital investiert wurden und der Frage, ob Fehler passiert sind und eine politische Aufarbeitung nötig ist.
Online ist der Film ab sofort auf www.rtr.ch/play/tv zu sehen. Auf SRF1 erfolgt die Erstausstrahlung im Sendeformat «Cuntrasts» am 1. Februar um 17.25 Uhr. Der Film wird auf Rätoromanisch mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt.



Das SGO-Drama reicht viel weiter zurück als 2018. Um es zu verstehen, muss man zurück zu den Wurzeln (back to the roots) und die entscheidenden, damals als richtig beurteilten Weichenstellungen ermitteln. Elementare Fehler liegen auf verschiedensten Ebenen vor.
Ein entscheidender Fehler heute ist, wie schon mehrmals hingewiesen, der künstlich bewirkte Zeitdruck. Dazu zählt auch die zu formalistische Auslegung des Nachlassstundungsrechts; der darin gebotene Freiraum wird leider und in absolut unverständlicher Weise ignoriert.
Es ist noch Zeit zu erwachen und flexibler zu sein. Dem Spital Samedan und den Alters- und Pflegeheimen mit ihrem unermüdlich wirkenden Personal würde es gut tun. Auf, packt die Chance!
Alfons Heusser, La Punt Chamues-ch