Zwar blieben über das Wochenende die drei grossen P + R-Parkplätze in Zernez nur spärlich besetzt, dennoch kamen bei PostAuto, zuständig für den ÖV-Shuttledienst von und nach Livigno, praktisch alle der vor Ort bereitgestellten Fahrzeuge zum Einsatz. Dies führte Urs Bloch, Mediensprecher bei PostAuto, darauf zurück, dass viele Olympiabesuchende – wie vom kantonalen Verkehrskonzept gewünscht und gelenkt – bereits mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Engadin gereist waren. Laut Bloch wurden am Samstag rund 2500 Gäste von und nach Livigno befördert, was sich im Rahmen der Erwartungen bewegt habe. Unter den Erwartungen blieben jedoch die nur rund gezählten 1500 Fahrgäste, welche den ÖV-Shuttledienst am Sonntag in Anspruch nahmen. Das Verkehrskonzept habe sich aber bewährt und auch sehr gut funktioniert, so Urs Bloch. Seitens PostAuto passe man den Fahrzeugeinsatz weiter den jeweiligen Gegebenheiten an und vermeide selbstredend Leerfahrten. Die Verantwortlichen vor Ort hätten über das erste Olympiawochenende festgestellt, dass rund die Hälfte der Fahrgäste aus dem Ausland angereist war. «Es war ein bunt gemischtes Olympiavolk unterwegs, welches ganz offensichtlich Kenntnis vom Verkehrskonzept und dem ÖV-Angebot hatte», so Urs Bloch. 

Yvonne Dünser, Mediensprecherin der Rhätischen Bahn, bestätigte am Montag auf Anfrage, dass es auch auf der Schiene keine Probleme gegeben hätte. «Wir haben am Autoverlad Vereina trotz Olympia, White Turf in St. Moritz und der Hauptanreisezeit der Sportferien aus dem Kanton Zürich nur ein durchschnittliches Februarwochenende erlebt.» Man habe am Vereina sogar weniger Wartezeiten verzeichnet als sonst im Februar, und auch für die Personen­zügen seien keine Probleme gemeldet worden, so Dünser. Dies aufgrund der Tatsache, personalmässig entsprechend gut gerüstet gewesen zu sein. 

Auch die Verantwortlichen des Kantons ziehen laut einer Medienmitteilung nach dem ersten Wochenende der Umsetzung der Verkehrslenkungsmassnahmen eine positive Bilanz. Das erarbeitete Verkehrskonzept habe sich dank der konsequenten Ausrichtung auf den öffentlichen Verkehr bewährt, die Anreise der Besucher und Besucherinnen sei demnach mehrheitlich mittels öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt und Verkehrsüberlastungen auf den Zufahrtsstrassen ausgeblieben. 

Die P + Ride-Anlagen waren über das Wochenende mit rund 280 Fahrzeugen nur moderat besetzt. Dennoch sollen die bestehenden Parkplätze weiterhin als Rückfallebene aufrechterhalten werden, sollte sich der Anreiseverkehr im weiteren Verlauf der Olympischen Winterspiele auf die Strasse verlagern. 

Auch Andrea Mittner, Gesamteinsatzleiter der Kantonspolizei Graubünden und Chef Region Engadin, zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zufrieden mit der Verkehrslenkung und sprach von wenig befahrenen Strassen und fast leeren Parkplätzen. Mittner ergänzte, die Behörden würden für den weiteren Verlauf der Winterspiele aber wachsam bleiben und situativ reagieren. Denn, so Mittner, Schneefälle könnten die Lage jederzeit verschärfen. 

Autor und Foto: Jon Duschletta