Im Kanton Graubünden sind im Jahr 2025 insgesamt 2350 Verkehrsunfälle polizeilich registriert worden. Damit ist die Zahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. Auf Bündner Strassen kamen sechs Menschen ums Leben – vier weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden 592 Personen verletzt. Dies schreibt die Kantonspolizei in einer Mitteilung. Besonders häufig handelte es sich bei den Unfällen um sogenannte Schleuder- oder Selbstunfälle. Mit insgesamt 658 Ereignissen stellen sie die grösste Gruppe dar. Ebenfalls häufig sind Unfälle mit Tieren, vor allem mit Wildtieren. Daneben registrierte die Polizei unter anderem 253 Auffahrunfälle sowie 119 Frontalkollisionen. Drei der sechs tödlich verunglückten Personen kamen bei Frontalkollisionen ums Leben, drei weitere bei Schleuder- oder Selbstunfällen.

Zu schnell unterwegs
Nach wie vor zählen überhöhte oder den Verhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeiten zu den wichtigsten Unfallursachen im Kanton Graubünden. Bei insgesamt 221 Unfällen spielte Geschwindigkeit eine Rolle. Gleichzeitig ist die Zahl der Unfälle infolge Ablenkung oder Unaufmerksamkeit leicht gestiegen und erreichte 97 Fälle. Die Kantonspolizei Graubünden weist darauf hin, dass Kontrollen und Präventionsmassnahmen in diesen Bereichen weiterhin notwendig bleiben.

Positiv entwickelt hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Diese ist von 108 Fällen im Jahr 2024 auf 99 im Jahr 2025 gesunken. Demgegenüber wurde eine leichte Zunahme von Unfällen festgestellt, bei denen Fahrzeuglenkende unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln standen. In neun Fällen wurde nach einem Unfall ein entsprechender Einfluss nachgewiesen.

Mehr Motorradunfälle
Bei den Verkehrsteilnehmenden zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Die Zahl der Motorradunfälle nahm zu und stieg von 159 auf 181 Ereignisse. Gleichzeitig ging jedoch die Zahl der tödlich verletzten Motorradfahrenden von vier auf zwei zurück. Ebenfalls zugenommen haben die Unfälle mit Fahrrädern und E-Bikes. So registrierte die Polizei 86 Fahrradunfälle gegenüber 66 im Vorjahr sowie 43 Unfälle mit E-Bikes. Bei Fussgängerinnen und Fussgängern hingegen wurde ein Rückgang verzeichnet: Insgesamt kam es zu 43 Unfällen, bei denen 33 Personen verletzt wurden, Todesopfer gab es keine.

Mehr Unfälle auf Hauptstrassen
Die meisten Verkehrsunfälle ereigne­ten sich auf Hauptstrassen. Dort registrierte die Polizei 1218 Ereignisse. Auf Nebenstrassen wurden 681 Unfälle gezählt. Insgesamt zeigte sich zudem eine Verschiebung zwischen den Ortslagen: Während die Unfallzahlen innerorts leicht anstiegen, gingen sie ausserorts zurück. Auch saisonal lassen sich Unterschiede feststellen. Beson­ders viele Unfälle mit Personen­schaden ereigne­ten sich in den Sommermonaten, etwa im Juni, August und September, wenn der Verkehr auf Bündner Strassen besonders hoch ist. Im Winter sind die Zahlen dagegen tendenziell tiefer, was auch mit den saisonalen Verkehrsströmen zusam­menhängt.

Die Verkehrsunfallstatistik basiert auf den polizeilich erfassten Ereignissen der Kantonspolizei Graubünden und der Stadtpolizei Chur und dient als Grundlage für Präventionsarbeit, Kontrollen und bauliche Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Kanton. 

Medienmitteilung Kapo/ep
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