Der Aktionstag der Vereinten Nationen steht heuer unter dem Motto «Wasser und Geschlecht» und will neben der Sensibilisierung für die Bedeutung von Wasser als Lebensgrundlage explizit auch darauf aufmerksam machen, wie stark der Zugang zu sauberem Wasser mit Gleichberechtigung und sozialer Gerechtigkeit verbunden ist. Laut Unesco leiden nämlich dort, wo sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen fehlen, vor allem Frauen und Mädchen unter der Situation. Sie sind es, die in grossen Teilen der Welt zum Wasser schauen, es besorgen und dieses oft über weite Strecken von der Quelle ins Haus tragen. Laut der Unesco würde «die dafür aufgewendete Zeit Frauen und Mädchen für Schule, Bildung, Erwerbstätigkeit oder gesellschaftliche Teilhabe fehlen». Und wir – wir halten den offenen Mund unter den Wasserhahn, zuhause oder an den öffentlichen Brunnen und laben uns an sauberem Wasser.
So gesehen müsste ein jeder Tag des Jahres Weltwassertag sein. Ein Tag, an dem man – zumindest hierzulande – das Privileg, rund um die Uhr Zugriff auf sauberes Trinkwasser zu haben, gebührend wertschätzen sollte. Ein Tag aber auch, an dem – auch hierzulande – darüber reflektiert werden darf, wie man zu Quellen, Bächen, Flüssen, Seen und Gletschern vermehrt Sorge tragen kann. Wir alle kennen die täglichen Negativschlagzeilen über versiegendes, verunreinigtes oder verschmutztes Wasser nur allzugut: Mikroplastik in Gewässern, sogar in den Macunseen hoch oben über Zernez in der gleichnamigen Nationalpark-Enklave, das Umweltgift PCB unter anderem im Spölbach oder die sogenannten Ewigkeitschemikalien PF AS – schlicht überall. Neuesten Studien zufolge waren in der Schweiz über 99 Prozent aller Bodenproben nachweislich mit PF AS belastet. Und was sich im Boden findet, findet sich in aller Regel auch im Wasser.
Deshalb: Geniessen wir unser Privileg, wertschätzen wir es und tragen wir ihm gebührend Sorge.
j.duschletta@engadinerpost.ch
Autor und Foto: Jon Duschletta
Autor und Foto: Jon Duschletta




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