Der Kanton Graubünden schliesst die Rechnung 2025 mit einem Aufwandüberschuss von 218,5 Millionen Franken ab. Im Vorjahr hatte noch ein Ertragsüberschuss von 87,7 Millionen resultiert. Hauptgrund für das Defizit ist eine Einlage von 200 Millionen Franken in die Spezialfinanzierung für Klimaschutz und Innovation. Dadurch sinkt das frei verfügbare Eigenkapital auf rund 667 Millionen Franken. Dies schrieb der Kanton diese Woche in einer Medienmitteilung. Auch ohne diesen Sondereffekt zeigt sich eine strukturelle Entwicklung: Die Einnahmen halten mit den Ausgaben nicht mehr Schritt. Während die Ausgaben in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen sind, nahmen die Einnahmen nur leicht zu und waren 2025 sogar rückläufig. Gleichzeitig erreichen die Nettoinvestitionen mit über 300 Millionen Franken erneut einen hohen Wert.

Auf der Ertragsseite wirkt sich die Senkung des Steuerfusses von 100 auf 95 Prozent mit Mindereinnahmen von 33,4 Millionen aus. Ebenfalls rückläufig ist der Beitrag aus dem nationalen Finanzausgleich. Demgegenüber sorgt die Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank für Mehreinnahmen. Aufwandseitig steigen insbesondere die Beiträge im Sozial- und Gesundheitswesen weiter an. Zusätzlich belastet eine Einlage von 35 Millionen Franken in die Vorfinanz­ierung systemrelevanter Infrastruk­turen das ausserordentliche Ergebnis. Die Bruttoinvestitionen erreichen mit 457,9 Millionen Franken einen neuen Höchststand. Die Strassenrechnung schliesst dank einer Einlage aus allgemeinen Staatsmitteln ausgeglichen ab.

Für das Jahr 2026 rechnet der Kanton mit einem weiteren Aufwandüberschuss von rund 60 Millionen Franken. Auch in den Folgejahren werden gemäss Finanzplanung hohe Defizite erwartet. Vor diesem Hintergrund mahnt die Regierung zu Zurückhaltung bei zusätzlichen Ausgaben. Der Grosse Rat wird die Jahresrechnung 2025 in der Junisession 2026 behandeln. 

Medienmitteilung: Standeskanzlei