Die Traumwohnung zum Schnäppchenpreis? Zu schön, um wahr zu sein. Oft steckt dahinter eine Betrugsmasche, die Interessenten um ihr Geld bringt. Das zeigt ein Beispiel aus dem Engadin. 
Dass es im Oberengadin an bezahlbaren Wohnungen für Einheimische mangelt, ist längst bekannt. Wenn dann auf einem grossen Schweizer Immobilienportal in St. Moritz eine 2,5- Zimmer-Wohnung mit 60 m² an guter Lage für 1500 Franken Monatsmiete inklusive Nebenkosten ausgeschrieben ist, weckt das Interesse – insbesondere bei Hundebesitzern, denen zudem zugesichert wird, dass Haustiere kein Problem sind.

Ein Lottosechser? Leider nein, wie Gian K.* schmerzlich erfahren musste. Hinter dem Angebot steckt eine Betrugsmasche, die gezielt Wohnungssuchende ins Visier nimmt, die dringend eine neue Bleibe brauchen. So wie Gian K., der auf Wohnungssuche ist. 

Der Betrug läuft nach einem bekannten Muster ab: Auf die Anfrage folgt rasch eine Rückmeldung. Im Fall von Gian K. hiess es vom vermeintlichen Vermieter: «Nach sorgfältiger Prüfung Ihres Profils und Ihrer Mietbewerbung sind wir überzeugt, dass Sie ein geeigneter Kandidat für diese Wohnung sind.»

Der Haken: Um eine Besichtigung zu vereinbaren, sollte Gian K. eine Kaution in Höhe einer Monatsmiete – also 1500 Franken – überweisen. Das tat er. «Der Austausch per Mail war positiv. Die Vermieter schickten mir Kopien ihrer Pässe, damit ich mich von der Seriosität überzeugen konnte.»

Doch als der Besichtigungstermin mit fadenscheinigen Gründen immer wieder verschoben wurde und plötzlich eine zweite Monatsmiete verlangt wurde, wandte sich Gian K. an die Kantonspolizei und erstattete Anzeige. Ob er das Geld je wieder sieht, ist fraglich. «Die Ermittlungen sind wegen der Komplexität der Strukturen, Verschleierung und transnational agierender Täterschaft schwierig», schreibt die Kantonspolizei auf Anfrage. Den vollständigen Artikel finden Sie am 16. April in der Zeitung

*Richtiger Name der Redaktion bekannt

Autor: Reto Stifel
Foto: www.shutterstock.com/MaxAcronym