Die Schweizer Stimmbevölkerung verwirft die SRG-Initiative gemäss ersten Hochrechnungen mit 62 Prozent Nein-Stimmen. "Mit dem heutigen Volksentscheid spricht sich die Schweizer Stimmbevölkerung gegen die Halbierungsinitiative und für eine weiterhin regional verankerte SRG aus, die nahe bei den Menschen ist und ein vielfältiges Programm in allen Sprachregionen bietet schreibt die SRG in einer Medienmitteilung. Sie bestätige damit die Bedeutung eines starken Medienplatzes Schweiz mit einer unabhängigen SRG und unterstütze deren Auftrag im digitalen Zeitalter. «Für die Zukunft der SRG war der heutige Tag entscheidend. Es freut uns sehr, dass uns die Stimmbevölkerung erneut das Vertrauen ausgesprochen hat», sagt SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina. Die SRG erhielt breite Unterstützung aus allen Teilen der Gesellschaft – Privatpersonen, Sport, Kultur, Wissenschaft, Politik. 

Die Lia Rumantscha begrüsst die deutliche Ablehnung der eidgenössischen Volksinitiative «200 Franken sind genug!». "Der heutige Entscheid der Stimmbevölkerung gegen die Initiative ist für die Rätoromaninnen und Rätoromanen von besonderer Bedeutung", schreibt sie in einer Medienmitteilung. Die rätoromanische Sprache sei auf nationale mediale Präsenz angewiesen, um sichtbar zu bleiben. "Diese Präsenz ist nur mit einem starken Service public und einer regelmässigen regionalen Berichterstattung von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) möglich", so die Lia Rumantscha. 

Obwohl die SRG-Initiative «200 Fr. sind genug!» abgelehnt worden ist, zeigt sich das Initiativkomitee zufrieden mit dem Ausgang der Abstimmung. Die Lancierung der Initiative und der Abstimmungskampf haben gemäss Medienmitteilung einen "enormen Druck" auf den Bundesrat und die SRG aufgebaut, der bereits jetzt dazu geführt hat, dass sich "einiges zum Positiven in der Medienpolitik verändert hat". So habe  der Bundesrat ein Gegenprojekt lanciert, der eine schrittweise Gebührensenkung für alle Haushalte von heute 335 auf 300 führen werde. Zudem werde ein Teil der Kleinunternehmen von der Doppelbelastung befreit. "Die SRG muss endlich abspecken und 270 Millionen Franken einsparen", schreibt das Initiativkomiteee weiter.  Auch sei es zu einem Personalwechsel bei der Führung der SRG gekommen. Von der neuen Generaldirektorin Susanne Wille erwartet das Initiativkomitee, "die SRG politisch ausgewogener und kosteneffizienter zu führen".