Für Gründer und Geschäftsführer Loris Moser sind die Tage nach dem Festival jeweils ein Moment zwischen Erschöpfung und Euphorie. «Man ist ein bisschen im Nirwana, weil alles vorbei ist und der Alltag noch nicht wieder begonnen hat», sagt er. Gleichzeitig überwiege die Zufriedenheit. Besonders ein Moment sei ihm geblieben: der Blick am Samstagabend von der erhöhten Plattform auf die Hauptbühne. «In diesem Moment realisiert man, dass tausend Menschen gleichzeitig hier sind. Das war schon ein fantastischer Gedanke.»
Rekord und viele Showelemente
Mit um die 20'000 Besucherinnen und Besuchern verzeichnet das Festival einen neuen Höchstwert. Vor allem am Samstag sei das Gelände sehr gut ausgelastet gewesen. Neben dem musikalischen Programm setzte das Festival erneut stark auf Inszenierung und Zusatzangebote. Dazu gehörten unter anderem Showeinlagen, eine LED-Skishow am Hang, ein Heissluftballon sowie verschiedene visuelle Elemente auf dem Gelände.
Besonders viele Rückmeldungen erhielten sie zur neu gestalteten Hauptbühne. Das Festival-Logo – das markante «S» – schwebte dabei als zentrales Element über der Bühne und war von einer beleuchteten Würfelkonstruktion umgeben. «Wir haben extrem viele Komplimente für die Hauptbühne, für die Struktur und das Layout erhalten», sagt Moser.
Auch die erstmals vollständig aus Schnee gebaute Outdoor-Bühne sei beim Publikum gut angekommen. Damit setzte das Festival erneut auf den Ausbau des Outdoor-Erlebnisses, das mittlerweile zu den prägenden Elementen der Veranstaltung gehört.
Wetter als Erfolgsfaktor
Das Wetter spielte den Veranstaltern in diesem Jahr weitgehend in die Karten. Der Freitag überzeugte mit viel Sonne, aber auch am Samstag waren die Bedingungen stabil. Für das Festival sei gutes Wetter zwar nicht matchentscheidend, sagt Moser – weil unter anderem in St. Moritz auch Indoor-Bühnen zur Verfügung stehen. Für die Gesamtwirkung spiele es dennoch eine grosse Rolle. «Für die Besucher-Experience und für die Bilder, die später auf Social Media verbreitet werden, ist schönes Wetter natürlich ein grosser Faktor.»
Positive Bilanz der Organisatoren
Auch organisatorisch zog man eine positive Bilanz. Grössere Zwischenfälle habe es keine gegeben. «Eingang, Behörden, Bewilligungen, Sanität, Fluchtwege – all diese Aspekte haben einwandfrei funktioniert», so Moser. Das sei für ihn als Veranstalter besonders wichtig. Positiv fiel auch das Feedback der Künstlerinnen und Künstler aus. Das Festivalteam überreichte den Auftretenden nach ihren Auftritten jeweils ein gedrucktes Foto ihres Sets – eine Geste, die laut Moser sehr geschätzt wurde.
Vom Start-up zum Fixpunkt
Mit der fünften Ausgabe bestätigt das SunIce Festival damit seine Entwicklung der letzten Jahre. Was einst als belächeltes Projekt begann, hat sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil im Eventkalender von St. Moritz entwickelt. Die Kombination aus Wintersport, Bergkulisse und elektronischer Musik spricht ein Publikum an, das gezielt für mehrere Tage ins Engadin reist.
Nach der Rekordausgabe 2026 richtet sich der Blick bereits wieder nach vorne. Für das Organisationskomitee geht es nun darum, die Infrastruktur weiterzuentwickeln und das Festival langfristig in St. Moritz zu verankern. Und die Sommer-Ausgabe in Ascona zu planen. Vorerst überwiegt jedoch die Erleichterung nach intensiven Monaten der Vorbereitung. «Wir können auf eine enorm erfolgreiche Ausgabe zurückblicken», sagt Moser.
Autorin: Sina Margadant
Fotos: SunIce Festival
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