Die italienischsprachige Gemeinschaft von St. Moritz wehrt sich gegen den Entscheid des katholischen Kirchenvorstands, die Sonntagsmesse auf Italienisch während sechs Monaten im Jahr auszusetzen. Wie ein spontanes Komitee mitteilt, sei die Massnahme für viele Gläubige nicht nur organisatorisch, sondern auch historisch und gesellschaftlich schmerzhaft. Dies schreibt Pro Grigioni Italiano (Pgi) Engiadina in einer Mitteilung. Die italienische Präsenz habe die Region mitgeprägt, die Kirche San Carlo gelte als wichtiges Symbol dieser Geschichte. Der Protest richte sich ausdrücklich nicht gegen deutschsprachige Katho­liken, sondern berufe sich auf die sprachlichen Minderheitenrechte gemäss Kantonsverfassung. Kritisiert wird zudem, dass ein grosser Teil der Kirchensteuereinnahmen aus der italienisch- und portugiesischsprachigen Bevölkerung stamme. Bereits der Austritt der Pfarrei aus der italienischen Mission Oberengadin habe für Unmut gesorgt. Nach eigenen Angaben prüft das Komitee nun Eingaben an den Bischof von Chur sowie an die Bündner Kantonsregierung und schliesst weitere Protestaktionen nicht aus. 

Medienmitteilung Pgi Engiadina