Bei perfekten Bedingungen wurde heute Sonntag der 56. Engadin Skimarathon ausgetragen. Von Beginn weg meldete die Zernezerin Giuliana Werro Ambitionen auf ihren zweiten Sieg an und zog das Frauenfeld in hohem Tempo über die Seen. Beim Zusammenschluss mit den Männern auf Höhe Surlej konnte sie sich in einer schnellen Gruppe einreihen und von da an im Windschatten der Männer mitlaufen.

Einzig die Deutsche Anna Endress lief noch vor Werro. Diese konnte allerdings kurz vor Pontresina nicht mehr mit den Männern mitlaufen und liess sich dann in die Gruppe zurückfallen, in welcher Werro lief. Die 18-jährige Endress, die bereits einen Junioren-Weltmeistertitel gewonnen hat, lief ab Pontresina neben Werro her und hielt sich gedeckt. Die Entscheidung fiel erst im Schlusssprint, bei dem Endress besser aus der letzten Kurve kam und sich den Sieg nicht mehr nehmen liess. Dritte wurde die Französin Clémence Didierlaurent, die mit über einer Minute Rückstand in S-chanf einlief.

Bei den Männern holte sich der Topfavorit Einar Hedegart den Sieg. Hedegart, der an den Olympischen Spielen von Milano Cortina zwei Gold- und eine Bronzemedaille gewann, entschied den Engadiner ebenfalls im Schlusssprint. Der 25-jährige Norweger konnte sich nie entscheidend absetzen, und bei Pontresina erlitt er sogar noch einen Stockbruch. Insgesamt musste er dreimal den Stock wechseln, bis er endlich wieder einen in der richtigen Länge hatte. Das warf ihn allerdings nicht aus der Bahn: Er kämpfte sich zurück an die Spitze und holte sich den Sieg mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0.1 Sekunden vor dem Davoser Jason Rüesch. Dritter wurde der Franzose Sabin Coupat. (sm)

Foto: Jon Duschletta